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Heiner Palinkas

Heiner Palinkas wurde am 15. Februar 1913 in Lehe (heute Bremerhaven) geboren. Schon früh wurde seine Begeisterung für die Kunst durch die Glasmalereien seines ungarischen Vaters geweckt. Während seiner Schulzeit am Realgymnasium Wesermünde prägte ihn der Kunsterzieher Paul Kunze, mit dem ihn bis zu dessen Tod im Jahr 1977 eine enge Freundschaft verband.
Sein Werk umfasst Ölgemälde, Zeichnungen, Tusche- und Kohlearbeiten, Holzschnitte, Radierungen, Glasfenster und Mosaike. Landschaften, Häfen, Schiffe, Menschen und Stillleben gehören zu seinen wichtigsten Motiven. Seine Bilder zeichnen sich durch eine ausdrucksstarke Farbigkeit, große handwerkliche Präzision sowie Einflüsse der klassischen Moderne und des Expressionismus aus.
Nach dem Tod seiner Frau Anneliese entschloss sich Palinkas 1999 zu einem Neuanfang. Er verkaufte sein Haus in Bremerhaven und zog in eine Seniorenresidenz bei Berlin. Mehr als 200 Bilder nahm er mit, um sie dort fertigzustellen. Doch statt der erhofften Ruhe empfand er Heimweh und Entfremdung. Die norddeutsche Küstenlandschaft, die Marsch und der Deich fehlten ihm ebenso wie seine Heimatstadt Bremerhaven. Ein Teil seiner Werke ging beim Umzug verloren, und auch der Wunsch, nach Bremerhaven zurückzukehren, erfüllte sich nicht mehr.
Bis ins hohe Alter arbeitete Palinkas unermüdlich weiter. Noch mit neunzig Jahren baute er Bilderrahmen, malte und bereitete Ausstellungen vor. Sein Leben war von einem ständigen Spannungsfeld zwischen Broterwerb und künstlerischem Anspruch geprägt. Er selbst bezeichnete seine Biografie als „chaotisch“ und sagte: „Ich bin weder Maler noch Seemann.“ Dennoch blieb die Malerei der Mittelpunkt seines Lebens.
Erst nach seinem Tod fand sein Werk größere öffentliche Anerkennung. 2015 übergaben seine vier Kinder den künstlerischen Nachlass dem Historischen Museum Bremerhaven. Nach der Restaurierung zahlreicher Werke widmete das Museum Heiner Palinkas 2016 eine umfassende Sonderausstellung und würdigte damit einen Künstler, dessen Lebenswerk eng mit Bremerhaven und der norddeutschen Küstenlandschaft verbunden ist.
Zweiundzwanzig Jahre nach dem Tod von Heiner Palinkas ist es uns gelungen, etwa 40 Zeichnungen und einige Gemälde des Künstlers aufzuspüren. Ob es sich dabei um jene Werke handelt, die nach seinem Umzug als verschollen galten, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit nachweisen.

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